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10 Hacks für den perfekten Auftritt im Bewerbungsgespräch

Caroline Krüll
Inhaltsverzeichnis

Mal Hand aufs Herz! Welcher Mensch gibt dir denn echtes Feedback, wie du in wichtigen Momenten wirkst? Auch die Mitstudierenden halten meistens mit der Ehrlichkeit weit hinterm Berg. Und jetzt sollst du im persönlichen Gespräch oder im Videocall ein Interview rocken?!

Wie du erfolgreich im Bewerbungsgespräch auftrittst

Nur sieben Prozent unserer Wirkung werden durch den Inhalt unserer Aussage transportiert. Die übrigen 93 Prozent bestimmen Körpersprache, Kleidung, Mimik, Stimme und vieles mehr.

Hau rein, wenn es um deinen persönlichen Auftritt geht. Fachliche Kompetenz allein reicht nicht. Erst recht nicht im Bewerbungsgespräch, wo der Nasenfaktor- also Sympathiefaktor fast die größte Rolle spielt. Deine Außenwirkung trägt entscheidend zum beruflichen Werdegang bei.

Die gute Nachricht: Du kannst selbst etwas für deine eigene Präsentation tun. Überprüfe deinen persönlichen Auftritt anhand meiner Super-Hacks und verbessere Schritt für Schritt deine Wirkung auf andere.

Hack #1: Kleider machen Leute!

Immer noch Binsenweisheit, die immer wieder vernachlässigt wird.

Wie bist du angezogen? Überprüfe dein äußeres Erscheinungsbild anhand der folgenden Regeln:

  1. Egal, was du trägst, deine Kleidung ist ordentlich und gepflegt. Vermeide zerknitterte Kleidung. Auch Schuhe, Gürtel, Uhren oder Schmuck sollten neuwertig aussehen.

  2. Passt deine Klamotte? Nicht nur vom Style sondern bitte auch in der Größe. Ich sage Männern oft, dass sie sich bitte von ihren Konfirmationshemden trennen sollen 😉

    Die wichtigste Regel lautet: Du musst dem Anlass entsprechend gekleidet sein, im Zweifel leicht overdressed. Das bedeutet: Wenn alle im Business-Anzug erscheinen, solltest du als Mann ebenfalls Anzug oder als Frau Hosenanzug oder Kostüm tragen. Andernfalls wirst du nicht ernst genommen, egal welche fachliche Qualifikation du mitbringst.

  3. Entwickle deinen eigenen Stil passend zu deiner Branche. Wer nicht auffallen will, trägt als Mann dunkle Anzüge, hellblaue Hemden und als Frau das entsprechende Äquivalent.

    Variiere diese Kleidung und setze Akzente durch hochwertige Accessoires. Mit einem gewagten Anzug oder einem extravaganten Kostüm fällst du auf. Geht natürlich- nur muss das Selbstbewusstsein auch passend dazu sein.

Hack #2: Sprich mich gut an

Viele Menschen reden zu schnell oder zu monoton. Gerade wenn du im Bewerbungsgespräch für die ausgeschriebene Stelle überzeugen willst, verleihe deinen Worten durch Betonung ein größeres Gewicht.

Zu schnelles Tempo bekommst du mit kleinen Kunstpausen zackig in den Griff. Zähle einfach innerlich 21, 22, 23-, dann ist dein Kopf mit Zählen beschäftigt und du empfindest die eingesetzte Pause nicht als unangenehm. Das macht pro Zahl eine Sekunde.

Dialekte können beim beruflichen Fortkommen hinderlich sein. Eine leichte Klangfärbung hingegen ist kein Problem. Vermeide unter Stress in deinen Heimatdialekt zu verfallen.

Sprich deutlich. Wer undeutlich vor sich her nuschelt, bringt seine Botschaft unklar rüber und hinterlässt obendrein einen negativen Eindruck.

Hack #3: Shake my hand

Ja, es ist eine Pandemie im Umlauf, nur nach Corona gilt: Der erste Händedruck sagt mehr als tausend Worte. Ist dein Händedruck schlaff und kraftlos, wird dich dein Gegenüber ebenso einschätzen und im schlimmsten Fall nicht ernst nehmen.

Der ideale Händedruck ist fest und entschlossen, nicht zu verwechseln mit einem Schraubstock. In deiner Handbewegung soll Dynamik zum Ausdruck kommen. Schüttle die Hand deines Gegenübers etwa drei Sekunden und lasse sie dann wieder los. Achte auf freundlichen Blickkontakt.

Hack #4: Dein Körper lügt einfach nicht

Wie gehst du und wie stehst du? Deine Haltung sagt viel über dich aus. Wer ohne Energie und mit eingesunkenen Schultern auf die HR-ler zugeht, wird kaum wichtige Stellungen übertragen bekommen. Die Sprache des Körpers, auch nonverbale Signale des Körpers genannt, verstummt nie.

Geh mit einer aufrechten Körperhaltung, dynamisch und entschlossen durch‘s Leben. Unterstütze diesen Eindruck durch locker pendelnde Armbewegungen. Mach aber kein sportliches Warm-up. Übe deinen Gang zu Hause und lasse dich dabei von einem Freund oder einer Freundin in deiner Gestik und Körperhaltung begutachten.

Steh und sitze immer aufrecht. Halte deine Schultern und deinen Kopf gerade und drücke deine Brust ein wenig heraus. Ein gesenkter oder zur Seite geneigter Kopf signalisiert Unterwürfigkeit und ein nach oben gerecktes Kinn Arroganz.

Deine äußere Haltung wird häufig von deiner inneren Haltung bestimmt. Wenn du Lampenfieber hast und dich mutlos fühlst, drückt das dein Körper auch aus.
In der aufrechten sogenannten Gewinnerposition werden starke Hormone ausgeschüttet und die Personalabteilung überzeugt.

Hack #5: Schau mir in die Augen, Kleines.

Gleiches gilt für die Mimik, die auch eine Form der nonverbalen Kommunikation ist. Wenn du mit Lampenfieber unsicher oder grimmig schaust, fühlst du dich auch so. Dein Gegenüber spürt das und schätzt dich als einen negativen Menschen ein.

Entwickele positive Gegenstrategien: Lache so oft es geht. Am besten schon morgens vor dem Spiegel beim Zähneputzen. Nutze im Job und im Freundeskreis jede Gelegenheit zum Mitlachen. Deine Mimik wird sich langfristig verändern.

Jede Bewegung im Gesicht nach oben wirkt positiv, jede Bewegung nach unten negativ.

Hack #6: Sitz gechillt und trotzdem aufrecht

Nutze die ganze Stuhlfläche anstatt auf der Kante herumzukippeln. Stelle beide Füße auf den Boden. Das gibt dir eine gute Bodenhaftung und deine Schultern sind auf einer Höhe.

Sitz aufrecht und halte die Hände oberhalb des Tisches oder oberhalb der Körpermitte, wenn du in einem Sessel sitzt. Das vermittelt eine ehrliche Haltung.

Achte auf den goldenen Schnitt deines Videoausschnitts. Setze dich passend in die Mitte des Bildes. Achte darauf, dass du nicht zu nah an der Kamera sitzt.

Auch sollte der Kopf oben nicht abgeschnitten sein. Experimentiere mit dem Bildausschnitt. Die beste Haltung hast du im Stand. Besorge dir am besten ein Stativ oder halte das Bewerbungsgespräch an einem Stehtisch.

Achte auf deinen Hintergrund. Er muss aufgeräumt sein. Auch ein unordentliches Whiteboard wirkt oft als K.O. Kriterium.

Hack #7: Hands up- Baby hands up….

Die Hände können ganz schön problematisch werden, wenn du dich zum Beispiel stehend in einem wichtigen Gespräch befindest. Würdest du sie manchmal gerne verstecken?

Absolute No Go`s:

  1. Die Hände verstecken, egal ob in der Hosentasche oder hinter dem Rücken zeugt von Desinteresse oder Gleichgültigkeit.
  2. So wild gestikulieren, dass du dabei dein Gegenüber anstößt wirkt oft Aggressiv.
  3. Ununterbrochen mit dem Kugelschreiber klicken lässt dich nervös und unruhig erscheinen.
  4. Die Finger verschränken und mit spitzen Zeigefingern auf dein Gegenüber zeigen, gehört sich einfach nicht.

Wohin also mit den Armen und Händen?

Halte die Hände zwischen Bauchnabel und Schambereich. Und ja: Gestikulieren ist erlaubt, du musst deine Hände eben nur gezielt einsetzen. Lass dir nie wieder etwas anderes erzählen. Die Gesten sollten sich aber in einem kleinen Radius vor Bauch und Brust abspielen.

So störst du niemanden, sondern unterstreichst deine gesprochenen Worte. Halte die Hände ineinander gelegt auf der Höhe des Bauchnabels, die Handflächen zeigen nach oben. Diese Handstellung eignet sich übrigens auch hervorragend für Präsentationen.

Im Videocall gelten heutzutage andere Regeln: Deine Hände wirken riesig, wenn Du sie Richtung Laptop-Kamera bewegst. Daher aufgepasst: Bewege deine Hände nur seitwärts, um ein gutes Bild abzugeben.

Hack #8: Dein Mindset zählt

Deine innere Haltung bestimmt die Sicht der Dinge

Wie erreichst du nun diesen optimalen körpersprachlichen Ausdruck? Es gibt zwei Wege dazu.

Der erste funktioniert von außen nach innen. Du trainierst immer wieder deine Haltung, überprüfe dich, hole dir Feedback von anderen Menschen und werde im Lauf der Zeit feststellen, dass sich deine Haltung deutlich verbessert. Schauspieler arbeiten so.

Die zweite Variante ist von innen nach außen. Bringe dein Mindset auf Vordermann. Wenn du Herr deiner Selbst bist, deine Stärken und Schwächen kennst, ist deine Körpersprache auch im Flow: übe am besten lebenslänglich 😉

Hack #9: Mach dich mental, Baby

Ändere deinen inneren Zustand mit deinem internen Bewertungssystem. Hast du dich schon einmal gefragt, warum du in Bewerbungssituationen aufgeregt bist?

Trickse dieses Gefühl aus! Denke an den schönsten Tag in den letzten 3 Jahren. Was passiert? Du kannst nicht an zwei Gedanken gleichzeitig denken und bist somit im positiven Flow. Mit etwas Übung überträgt sich dein positives Gefühl auch auf die aktuelle Situation.

Hack #10: Erkenne dein Gegenüber

Du kannst dich über das Unternehmen informieren aber kennst du auch Anke Grün, Carsten Blau oder Michael Rot?

Anke ist die kommunikative Teamplayerin, Carsten der Mann für alle Zahlen und Michael treibt das Unternehmen mit deinem Aktivismus nach vorne.

Und dieser drei Charaktereigenschaften finden sich natürlich auch in der jeweiligen Körpersprache wieder.

Anke nutzt Gesten und in ihr kann man lesen, wie in einem guten Buch. Carsten ist minimalistisch unterwegs mit seinen Gesten und Michael mutiert öfter zum Choleriker. Du solltest wissen, wer dir im Bewerbungsgespräch gegenübersitzt, damit du für alle Fälle gewappnet bist.

Denn Frau Grün braucht viel Small Talk und Kommunikation, um mit dir warm zu werden. Herr Blau kann darauf durchaus verzichten und Herr Rot macht Konversation, um Lob und Bewunderung von dir einzuheimsen und Infos über dich zu bekommen.

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