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Die Wirksamkeit von Coaching als Karriere-Booster

Ines Bruckschen
Inhaltsverzeichnis

Jeder kennt Situationen, die den Adrenalinspiegel schlagartig in die Höhe treiben. Mit viel Disziplin und Übung lässt sich das im Laufe der Jahre in den Griff kriegen.

Deutlich schneller und entspannter geht es jedoch mit der Unterstützung von erfahrenen Coaches. Welche Themen sich für ein personal Coaching eignen und wie man einen passenden Coach findet erfährst du in diesem Artikel.

Wie kann ein Coaching die Karriere voranbringen?

Vertreter:innen der Generationen Y und Z zeigen sich dem Thema Coaching gegenüber deutlich aufgeschlossener als ihre Vorgänger. Sie wissen: Wenn ein Unternehmen derart in sie investiert, dann sieht es Potenzial. In mir. Die Unternehmen selbst dagegen freuen sich, wenn Kandidaten im Vorstellungsgespräch von Coaching-Erfahrungen berichten – das zeigt, dass hier jemand Verantwortung für seine eigene Weiterentwicklung übernimmt.

Oder anders formuliert: Coaching hat sich vom Defizit-Indikator (Was stimmt mit dir nicht?) zum Statussymbol (Toll, wie schnell du das Problem gelöst hast) entwickelt. Immer mehr Menschen nutzen Coaching Sitzungen, um Themen wie diese zu bearbeiten:

  • Wo liegen meine Stärken? Wie kann ich sie besser einsetzen bzw. mich vermarkten?
  • Wann limitiere ich mich selbst? Was kann ich stattdessen tun?
  • Wie erreiche ich meine Ziele effektiver?
  • Wie verbessere ich meine Beziehungen?
  • Wie löse ich Konflikte (innere und mit anderen)?
  • Welches neue Verhalten könnte mich voranbringen?
  • Welcher nächste Karriereschritt ist sinnvoll für mich?
  • Wie entwickele ich mentale Stärke?
  • Wie finde ich gut und schnell in neue Aufgaben, Rollen, Funktionen?
  • Wie komme ich leichter durch Veränderungen?
  • Wie integriere ich Beruf und Leben besser?

Nicht, dass man sich früher diese Fragen nicht gestellt hätte. Aber da ging man zu Mentoren oder Beratern seines Vertrauens und ließ sich einen Tipp für derartige Coaching Themen geben.

Heute wissen wir: Was dem einen hilft, kann beim anderen ergebnislos verpuffen, oder sogar schaden. Unzählige Ratgeber wurden bereits geschrieben, und doch sind die Fragen nach Lösungen immer mehr und lauter geworden.

Erfolgreiches Coaching beantwortet diese Fragen, indem es individuelle Lösungen erarbeitet, die für diese eine, gerade durch einen Coach begleitete Person mit all ihren Stärken und Schwächen, Motiven, Bedürfnissen und Sehnsüchten funktioniert.

Beispiel Ben und der Wunsch nach mehr Selbstbewusstsein

Ben hatte bisher erst zwei Bewerbungsgespräche geführt, beide waren ordentlich in die Hose gegangen – fand er. Obwohl er sich viele Video-Tipps zum Thema angesehen hatte, begann er, an sich zu zweifeln und schob weitere Bewerbungen erst mal vor sich her.

Mit einem systemischen Coach analysierte er seine Gesprächserfahrungen und fand heraus, dass beim ersten Mal die Stelle gar nicht zu ihm gepasst hätte und beim zweiten Mal die Werte des Unternehmens bzw. wie mit ihm umgegangen wurde.

Im nächsten Schritt hielt Ben fest, was ihm nach diesen Erfahrungen besonders wichtig ist in Bezug auf seine künftige Stelle und den Arbeitgeber, wo seine besonderen Stärken liegen und wie er die im Gespräch gut belegen kann. Auf einmal war die Angst weg und er stieg wieder in die Bewerbungsprozesse ein. Dafür brauchte es lediglich drei Treffen mit seinem Coach.

Ein Coaching arbeitet typischerweise auf ein konkretes Ziel hin und ist entsprechend von kürzerer Dauer. Im Schnitt dauert so ein Prozess knapp zwölf Zeitstunden, wobei das je nach Thema stark variiert.

Für Orientierungen können drei Treffen genügen, für die Einführung in eine anspruchsvolle Führungsposition benötigt man vielleicht ein halbes Jahr. Ziel einer systemischen Beratung ist jedoch immer das zügige Erreichen der angestrebten Ergebnisse – und keine lange andauernde Zeit der Beziehung zwischen Coach und Klient.

Durchlaufen werden dabei in der Regel fünf Phasen:

  1. Problem analysieren
  2. Ziel definieren
  3. Ressourcen stärken
  4. Lösungsideen entwickeln
  5. Umsetzung planen und evaluieren

Beispiel Anna und der „schwierige“ Chef

Eigentlich dachte Anna, mit ihrer Werkstudenten-Anstellung in einem von ihr sehr geschätzten Unternehmen das große Los gezogen zu haben: Sie bescherte ihr regelmäßige Einkünfte, die Chance auf ein Praxissemester hier und womöglich sogar das Sprungbrett für eine erste Anstellung nach dem Abschluss. Doch dann wurde sie einem Betreuer zugeteilt, mit dem sie überhaupt nicht zurechtkam. Immer hatte er etwas an ihrer Arbeit auszusetzen, ihre Ideen hörte er nicht mal an und stattdessen beharrte er auf Dingen, die Anna unwichtig erschienen.

Als sie immer wieder über die Situation klagte, empfahl ihr eine Freundin, sich einem executive coaching zu unterziehen. Tatsächlich gelang es Anna mit Hilfe des Mental-Coaches, sich besser in ihren Chef hineinzuversetzen, ein Gespür für dessen Wünsche zu bekommen und gleichzeitig Ideen zu entwickeln, wie sie beides besser zusammen bekam – also ihre eigenen Erwartungen und die ihres Betreuers.

Ihr Verhältnis verbesserte sich in den nächsten Wochen deutlich. Das Praxissemester absolvierte Anna dann in einer anderen Abteilung. Das war aber nur möglich, weil sie dem Unternehmen zuvor bewiesen hatte, wie sie Herausforderungen bewältigt. Der ehemals schwierige Betreuer hatte ihr ein Spitzenzeugnis ausgestellt.

Wie finde ich den passenden Coach für mich?

Bevor du im Netz recherchierst, kannst du dich fragen:

  • Welches Thema will ich bearbeiten? Welche Spezialisierung passt dazu?
  • Haben Freunde oder Kollegen eine Empfehlung für mich?
  • Gibt es einen Coach-Pool im Unternehmen, auf den ich zurückgreifen kann?
  • Will ich mit einer Frau oder einem Mann arbeiten? Jünger oder älter?

Für die weitere Recherche kannst du suchen oder fragen:

  • Welche Philosophie oder Haltung vertritt sie oder er?
  • Welche Coaching-Art (systemisches Coaching, Life Coaching, Business Coaching, Mental Coaching …)?
  • Welche Erfahrungen liegen vor? Welche Coaching Ausbildung? Ist eine Zertifizierung vorhanden? Wo liegen die Kernkompetenzen?
  • Wie hoch ist der Stundensatz? Wie viele Stunden werden vorgeschlagen?

Wichtig: Entscheidend für den Erfolg wird die Chemie zwischen dir und deinem Coach sein. Nimm dir also genug Zeit für Suche und Auswahl. Und auch hier macht Übung den Meister.

Je häufiger du Coaching-Prozesse selbst durchlaufen hast, desto schneller kommst du zum Ziel, desto besser lernst du dich selbst kennen und desto mehr gewinnst du selbst an Coaching-Kompetenz. Dann werden dir im Gespräch mit anderen immer häufiger Fragen einfallen, die Gespräch und Thema weiterbringen. Probiere es aus!

Literatur:
  • Özge, Kaya (2018): Was ist Coaching und was ist es nicht?: Beschleunigt Coaching die Karriere, steigert es die Führungsqualitäten oder macht es Manager zu besseren Entscheidern? GRIN Verlag
  • Rauen, Christopher: Coaching-Magazin – Wirksamkeit von Coaching: https://www.coaching-magazin.de/themen/wirksamkeit-von-coaching/
  • Weisbach, Christian-Rainer (2012): Das Coachinggespräch – Grundlagen und Trainingsprogramm beratender Gesprächsführung, Vahlen
  • Miedaner, Talane (2009): Coach Dich selbst, sonst coacht Dich keiner!: 101 Tipps zur Verwirklichung Ihrer beruflichen und privaten Ziele, mvg Verlag
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