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Wie emotionale Intelligenz dabei hilft den Traumjob zu bekommen

Justin Bariso
Inhaltsverzeichnis

Herzlichen Glückwunsch – Du strebst eine neue berufliche Zukunft an! Das ist bestimmt eine sehr aufregende und hoffnungsvolle Zeit … aber auch eine Zeit voller Sorgen. Du musst an Bewerbungsgesprächen teilnehmen, dich unter der Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt behaupten, ein Gehalt aushandeln und eventuell einen Umzug vorbereiten – all das auf einmal kann ein bisschen viel sein.

Doch verzage nicht! Du verfügst über eine „geheime Verteidigungswaffe“, die dich bei alldem unterstützen kann: Deine emotionale Intelligenz.

Emotionale Intelligenz ist die Fähigkeit, Emotionen effektiv zu erkennen, zu verstehen und zu handhaben.

Dabei geht es nicht nur um das Wissen, wie Emotionen funktionieren. Es geht um die Anwendung dieses Wissens; es geht darum, dieses Wissen so einzusetzen, dass du greifbare Ergebnisse erzielst.

Auf den Punkt gebracht ist emotionale Intelligenz die Fähigkeit, dafür zu sorgen, dass deine Gefühle für dich arbeiten und nicht gegen dich.

Wie wichtig ist emotionale Intelligenz?

Immer mehr Arbeitgeber erkennen, wie wichtig emotionale Intelligenz am Arbeitsplatz ist. Beispielsweise führte die Personalvermittlung CareerBuilder eine Umfrage unter mehr als 2.600 Personalchefs durch (Jennifer Grass, 2011) und gelangte zu folgendem Ergebnis:

71 % sagten, sie hielten die emotionale Intelligenz bei ihren Angestellten für wichtiger als den IQ.

75 % sagten, sie würden einen Kandidaten mit hoher emotionaler Intelligenz eher befördern als einen Kandidaten mit hoher allgemeiner Intelligenz.

Arbeitgeber schätzen die emotionale Intelligenz ihrer Mitarbeiter nicht nur, weil sie ihnen ermöglicht, effektiver zu arbeiten, sondern weil sie ihnen hilft, im Team zu arbeiten.

Aber wie beweisst du deinem künftigen Arbeitgeber deine emotionale Intelligenz? Und wie kann deine emotionale Intelligenz dir dabei helfen, deinen Traumjob zu bekommen?

Hier findest du eine einfache Methode in fünf Schritten, die du sofort umsetzen kannst:

1. Tritt „bescheiden, aber mit Selbstvertrauen“ auf

Jeder Personalreferent wird dir sagen, dass es wichtig ist, im Bewerbungsgespräch Selbstvertrauen zu zeigen. Gleichzeitig möchte die Firma keinen Bewerber haben, der eingebildet und nur von sich überzeugt ist, sondern einen, der bereit ist, von anderen zu lernen.

Das liegt daran, dass jede Firma, die einen neuen Mitarbeiter einstellt, vom Erfolg ihrer Teams oder Gruppen abhängig ist. Ein großartiges Team kann so viel mehr erreichen als ein einzelner Mensch, so talentiert er auch sein mag. Und ein einzelner „brillanter Idiot“ kann ein Team, das Höchstleistungen erbringt, vollständig ruinieren.

Konzentriere dich also beim Bewerbungsgespräch auf die Dinge, die du gut kannst. Berichten aus deiner persönlichen Erfahrung, die du bei früheren Tätigkeiten erworben hast. Aber sprich auch über das, was du von Mentoren und Kollegen gelernt hast, und zollen ihnen Anerkennung: Sie sind es, die dir geholfen haben, zu dem zu werden, der du heute bist.

Indem du konkrete Beispiele nennst – für das, was du geleistet hast, ebenso wie für das, was du von anderen gelernt hast – vermittelst du deinem künftigen Arbeitgeber einen Eindruck von deiner wichtigsten Qualität: Deinem Potenzial.

2. Reden über deine Schwächen, wenn du danach gefragt wirst

„Was ist Ihre größte Schwäche?“ ist eine der am meist gefürchteten Fragen im Interview. Dabei sollte das gar nicht so sein. Jetzt hast du die Chance, deine emotionale Intelligenz unter Beweis zu stellen und dich von anderen abzuheben.

Wie das?

Nun, als übliche Antwort auf diese Frage nennen die meisten vermutlich eine falsche „Schwäche“, von der sie glauben, der Arbeitgeber betrachte sie als erwünscht: Sie wollen gut dastehen. Vielleicht sagen sie: „Also, ich bin ein Workaholic“ oder: „Ich bin Perfektionistin.“ Erfahrene Gesprächspartner durchschauen das sofort.

Um hingegen auf diese Frage effektiv zu antworten, musst du zunächst eine echte Schwäche identifizieren. Dann denkst du über eine mögliche Darstellung nach. Dabei kommen Selbstreflexion, kritisches Denken und die Fähigkeit, negatives Feedback zu akzeptieren, zum Einsatz – Qualitäten, die viele Kandidaten nicht besitzen.

Nehmen wir zum Beispiel an, du bist jemand, der den Leuten gerne nach dem Mund redet. Du kannst dich sogar an bestimmte Situationen erinnern, in denen dir das geschadet hat. Mittlerweile hast du diese Schwäche erkannt und arbeitest dagegen an.

Wenn du Verantwortung für eine Gruppe trägst, beginnst du früh, die Teamangehörigen immer wieder zu loben. So baust du Vertrauen und eine gute Arbeitsbeziehung auf. Später fällt es dir dann leichter, bei Fehlern kritisches Feedback zu geben. Wenn es soweit ist, sprichst du das, was du sagen willst, zunächst für dich laut aus und kannst dann umso selbstbewusster auftreten.

Natürlich ist das nur ein Beispiel. Deine Antwort wird anders aussehen. Entscheidend ist, dass du aufrichtig bist.

Wir alle haben Schwächen. Deshalb ist es für deinen künftigen Arbeitgeber interessant, wie du damit umgehst.

3. Lerne, eine Pause einzulegen

Viele Bewerber machen beim Gespräch den Fehler, auf jede Frage wie aus der Pistole geschossen zu antworten. Sie haben Angst, wenig qualifiziert oder dumm zu erscheinen, wenn sie mit der Antwort zögern.

Aber weißt du, was wirklich dumm ist? Auf eine schwierige Frage zu antworten, ohne dass du sie durchdacht hast.

Wenn du dir dagegen nach einer schwierigen Frage ein wenig Zeit nimmst, hast du deine Gefühle besser unter Kontrolle und gibst eine überlegte Antwort.

So eine Denkpause kann auch helfen, wenn du bei der Jobsuche eine Enttäuschung erlebst. Nehmen wir an, du bekommst einen Job nicht, an dem dir wirklich gelegen war. Du bist wütend, frustriert, enttäuscht und triffst vielleicht eine bedauerliche Entscheidung – für einen Job, von dem du weißt, dass er dir nicht wirklich zusagt oder nicht deiner Zielsetzung entspricht.

Wenn du eine Denkpause einlegst, erkennst du, dass du gerade sehr aufgewühlt bist, und lässt dir mehr Zeit bei der Entscheidung. Das ist unglaublich wertvoll, weil sich deine Sicht der Dinge durch die Nacht, die du „darüber schläfst“, tatsächlich verändern kann. Mitunter reicht schon ein Ortswechsel.

Tipp:

Denke daran: Niemals eine dauerhafte Entscheidung auf der Grundlage eines vorübergehenden Gefühls treffen.

4. Stell eine Beziehung zu deinem Gesprächspartner her

Wer Einstellungsgespräche führt, redet mit vielen verschiedenen Bewerbern. Wie kannst du dafür sorgen, dass er sich an dich erinnert?

Eine Möglichkeit besteht darin, nach dem Gespräch eine handschriftliche Notiz zu verfassen, in der du deinem Gesprächspartner etwas Positives mitteilst, das du beim Einstellungsgespräch über die Firma erfahren hast.

Oder du könntest in der Notiz erwähnen, dass du eine bestimmte Frage lieber anders beantwortet hättest. Beispielsweise könntest du schreiben: „Ich habe noch über [die betreffende Frage/den erwähnten Aspekt etc.] nachgedacht und wollte Ihnen mitteilen …“

Durch diese Form der Kommunikation bleibst du deinem Gesprächspartner im Gedächtnis. Du zeigst ihm, dass dir der Job und die Firma wichtig sind. Und du hast eine Chance, die sich vielen Bewerbern nicht bietet: Du kannst dich nach reiflicher Überlegung äußern, jenseits des hektischen Bewerbungsrummels.

5. Betrachte das Bewerbungsgespräch nicht als Einbahnstraße

Denke daran: Das Bewerbungsgespräch dient nicht nur der Firma, es dient auch dir. Nur du kannst beurteilen, ob dies der richtige Job für deine Fähigkeiten und Zielsetzungen ist.

Stelle durchdachte Fragen, um Informationen über die Firmenkultur zu sammeln. Das ist wichtig. Du könntest beispielsweise fragen:

  • Wie sehen die ersten 60–90 Tage aus, wenn ich den Job bekomme?
  • Wie würden Sie einen Leistungsträger in dieser Firma beschreiben?
  • Was finden Sie besonders toll daran, hier zu arbeiten?
  • Was sind die größten Herausforderungen, wenn man hier arbeitet?
  • Wie ist die Einstellung der Firma zu flexiblen Arbeitszeiten und Tele-Arbeit?

Einerseits helfen diese Fragen deinen Gesprächspartnern, dich in der Rolle des (potenziellen) Angestellten zu sehen – was deine Einstellungschancen erhöhen kann.

Andererseits tragen die Antworten möglicherweise dazu bei, Probleme zu erkennen. Und das könnte dich davon abhalten, dich auf eine Beschäftigung einzulassen, die dich auf Dauer unglücklich machen würde – und es könnte dir helfen, eine Firma oder eine Position zu finden, die besser zu dir passt.

Fazit

Von der Schule in den Beruf zu wechseln, ist alles andere als leicht, aber deine emotionale Intelligenz kann dir dabei helfen. Sie ermöglicht dir, die Dinge aus der Perspektive deines Arbeitgebers zu sehen, dich von der Masse der Kandidaten abzuheben und im rechten Licht zu erscheinen.

Sie hilft dir, angesichts großer Hindernisse solide Entscheidungen zu treffen und ehrgeizige Ziele zu erreichen.

Vor allen Dingen verändert deine emotionale Intelligenz die Erfahrung des Bewerbungsgesprächs: Es ist nicht länger etwas, das dir widerfährt, sondern es ist etwas, über das du eine gewisse Kontrolle hast. Etwas, aus dem du lernen kannst.

So sorgst du dafür, dass deine Gefühle für dich arbeiten und nicht gegen dich.

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