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Die ersten Monate in der Wirtschaftsprüfung bei PwC

Susanne Mangolß
Inhaltsverzeichnis

Susis erste Monate in der Wirtschaftsprüfung

Ein Einstieg in die Wirtschaftsprüfung bei PwC Deutschland? Lass mich euch erzählen, warum es keinen besseren Start in das Arbeitsleben gibt. Mein Name ist Susi und ich habe im Juli 2020 mein Masterstudium in Nürnberg abgeschlossen, bin ins unbekannte Düsseldorf gezogen und im Oktober bei PwC als Associate in der Wirtschaftsprüfung eingestiegen.

Mein Weg zu PwC

Bereits während meines Bachelorstudiums habe ich ein Praktikum in der Wirtschaftsprüfung absolviert und wusste daher frühzeitig, welche Richtung ich nach dem Studium einschlagen möchte. Der Bewerbungsprozess bei PwC lief schnell und reibungslos.

Nachdem ich mich im Rahmen der Infoveranstaltung von PwC zum Thema Wirtschaftsprüfung der Zukunft informiert hatte und durch den PwC Karriere Podcast »Versprochen.« auf ein cooles Team in Düsseldorf aufmerksam geworden bin, hatte ich keine Woche später einen Termin zum virtuellen Kennenlernen in meinem Kalender. Dann folgte die Zusage. Unterschrift. Umzug. Und schon stand mein erster Tag bevor.

Einstieg und Onboarding

Aufgrund meines Praktikums wusste ich in etwa, was mich zum Einstieg erwartet, doch aufgrund von COVID-19 war trotzdem vieles neu. So bestand mein erster Tag bei PwC aus der Einrichtung meines IT-Equipments in Eigenregie und einem virtuellen Welcome Day für alle New Joiner und Praktikant:innen aus ganz Deutschland.

Am Folgetag hatte ich das Glück, dass mein Standort Düsseldorf unter den geltenden COVID-19-Regeln noch einen fachbereichsinternen Welcome Day für alle New Joiner im Audit veranstaltet hat, was natürlich eine willkommene Abwechslung im Corona Jahr war. Dort wurden wir mit den Basics für den Start in die Busy Season versorgt und konnten ein paar Kontakte knüpfen.

Direkt in der Woche nach meinem Einstieg fand die sog. Onboarding Week statt. Die Onboarding Week ist in normalen Zeiten eine einwöchige Präsenzveranstaltung, in der New Joiner aus ganz Deutschland in einem Hotel zusammenkommen, um PwC und die eigenen bevorstehenden Aufgaben näher kennenzulernen und natürlich auch, um das Netzwerk zu erweitern und Kolleg:innen aus ganz Deutschland und allen Fachrichtungen kennenzulernen.

Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass diese Veranstaltung virtuell nicht ganz an das Original herankommt, zumindest laut Hörensagen, aber PwC hat ein tolles Programm auf die Beine gestellt, so dass ich auch im Oktober in Gruppenarbeiten oder freiwilligen Abendveranstaltungen Kontakte knüpfen konnte.

Ich selbst habe beispielsweise noch regelmäßig Kontakt zu mehreren Kolleg:innen aus Frankfurt und München, die ich im Zuge der Onboarding Week und der darauffolgenden Schulungswoche kennengelernt habe.

Erste Tage beim Mandanten

Der Bereich Wirtschaftsprüfung lässt sich grob in verschiedene Bereiche unterteilen – das sog. Inbound-Geschäft, Middle Markets (für mittelständische Unternehmen) und Großkunden. Ich bin im Bereich der Großkunden tätig und daher ganzjährig für unseren DAX-Kunden im Einsatz.

Das für mich Schöne an solch einem Großmandat ist es, ständig ein konstantes Team um mich herum zu haben und nicht alle paar Wochen mit neuen Kolleg:innen einen neuen Mandanten zu betreuen. Beides hat seine Vor- und Nachteile und beides hat seinen ganz eigenen Reiz. Letztlich ist das sicher Geschmacksache und jede:r muss das für sich selbst erfahren.

Während meines Einstiegs im Oktober war gerade der Review für das dritte Quartal in vollem Gange. An meinem ersten Tag nach der Onboarding Week und den Schulungen habe ich daher zunächst bei der Vorbereitung unseres Kick-Off-Meetings für die Konzern und Jahresabschlussprüfung 2020 unterstützt, einige kleinere

Aufgaben im Rahmen des Reviews übernommen und mich mit meinen kommenden Aufgaben vertraut gemacht. Neben der Konzernabschlussprüfung sollte ich in den kommenden Wochen und Monaten auch für die Prüfung mehrerer Tochtergesellschaften verantwortlich sein – natürlich nicht ganz alleine, sondern mit erfahrenen Kolleg:innen, die mir für all meine Fragen zur Verfügung standen.

Alltag in der Wirtschaftsprüfung

Kaum war der erste Monat vorbei und der Q3-Review abgeschlossen, ging es auch direkt weiter mit der Vorprüfung bzw. dem Hardclose. Beim Hardclose prüfen wir bereits die ersten neun oder zehn Monate des Jahres einer Gesellschaft. Dies hilft uns als Prüfungsteam enorm, um die Arbeitsbelastung im neuen Jahr etwas zu entzerren.

In der Regel wird im Rahmen der Vorprüfung das sog. IKS, das interne Kontrollsystem, aufgenommen und geprüft. Bei meinem Großkunden übernahmen einen großen Teil der IKS-Prüfung die Spezialist:innen von Risk Assurance Solutions, insbesondere die IT-Kontrollen.

Für die restliche IKS-Landschaft waren wir als Prüfungsteam verantwortlich, d.h. es mussten Mandantentermine vereinbart werden, um Prozesse, Systeme und Kontrollen durchzusprechen und im Anschluss deren Effektivität mit Hilfe von Stichproben zu testen. Eintönige Arbeit sieht definitiv anders aus! 

Meine Hauptaufgabe, welche fortan auch am meisten Zeit in Anspruch nehmen sollte, lag auf der Prüfung verschiedenster Posten der Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung nach den internationalen Rechnungslegungsstandards.

Wer es wie ich mag, ins kalte Wasser geschmissen zu werden und direkt eine Portion Verantwortung übertragen zu bekommen, der ist in der Wirtschaftsprüfung genau richtig. Nach kurzer Besprechung mit der erfahrenen Kollegin, die mit mir das prüferische Vorgehen für einige Prüffelder unseres gemeinsamen Mandanten durchgegangen ist, ging es direkt los.

Aufbauend auf der Gewinnung eines umfassenden Verständnisses über die Geschäftstätigkeit und den Erkenntnissen aus der Prüfung des internen Kontrollsystems werden neben analytischen Prüfungshandlungen wie Zeitreihenanalysen oder Kennzahlenanalysen beispielsweise im Bereich der Umsatzerlöse oft auch sog. Einzelfallprüfungshandlungen durchgeführt.

Das heißt meine Aufgabe war es, eine Stichprobe über eine bestimmte Anzahl an Umsatztransaktionen zu ziehen und die dazugehörigen Belege auszuwerten. Für solche und weitere Prüfungshandlungen bietet PwC ein ganzes Repertoire an IT-Tools, die die Arbeit erleichtern und letztlich auch effizienter machen. 

Meine Kolleg:innen konnte ich jederzeit mit Fragen löchern – ob persönlich, per Videocall, im Chat oder am Telefon. Zusätzlich gab es regelmäßige Huddles, meist wöchentlich oder alle zwei bis drei Tage, in denen wir als Prüfungsteam den aktuellen Stand der Prüfung besprochen und eventuelle Probleme oder Fragestellungen diskutiert haben.

Die Arbeitsbelastung zu dieser Zeit im November/ Dezember war typischerweise noch nicht so hoch und es wurde von allen Seiten darauf geachtet, dass kaum Überstunden geleistet werden. So war auch noch genug Zeit für ein geselliges Miteinander in virtuellen Teamevents wie ein Pub Quiz oder unsere teaminterne Weihnachtsfeier mit virtuellem Wine Tasting.

Das sollte sich spätestens ab der zweiten Januarwoche ändern, denn ab dann ging die heiße Phase los. Die Deadlines für den Konzernabschluss eines DAX-Konzerns sind eng bemessen, gleiches gilt dann natürlich auch für dessen Prüfung. Mit Fleiß, Selbstorganisation und Teamarbeit ist das aber definitiv schaffbar.

Mitte Februar sollte dann der Konzernabschluss testiert werden. Bei den Tochtergesellschaften, die mittels Reporting Package ihre Zahlen an den Konzernprüfer berichten, mussten im Januar in vielen Fällen nur noch die letzten offenen Monate geprüft werden; andere Prüffelder wie etwa Rückstellungen lassen sich oftmals hingegen naturgemäß weniger entzerren.

Ab Mitte/Ende Januar startete nahezu parallel auch die Konzernabschlussprüfung, bei der gesonderte Themen wie etwa die Prüfung der Konsolidierungsmaßnahmen, des Konzernanhangs oder -lageberichts eine zentrale Rolle spielen. Wie man sieht, unterscheidet sich das prüferische Vorgehen bei der Konzernabschlussprüfung elementar von der klassischen Jahresabschlussprüfung.

Ich habe das Glück, im Zuge meiner Tätigkeit bei PwC beides kennenzulernen. Die Zeit im Januar bis Mitte Februar verging wie im Flug. Am Tag des Testats trafen wir uns im Team virtuell und haben auf das Ende unserer Busy Season angestoßen – ein schöner Abschluss für die vergangenen Wochen.

Wer einen Einstieg in der Wirtschaftsprüfung in Erwägung zieht, für den ist es sicher kein Geheimnis, dass in den Wintermonaten mehr Arbeit anfällt als im Sommer. Auch für mich war rückblickend der Zeitraum von Januar bis Mitte Februar eine sehr herausfordernde Zeit. Doch das Schöne ist, all die angefallenen Überstunden lassen sich spätestens im Sommer abfeiern.

Auch bei meinem DAX-Kunden ging es seit Mitte Februar ruhig weiter. Bei uns stand nach dem IFRS-Testat die Prüfung der HGB-Einzelabschlüsse an, bis im April bereits wieder der Review des ersten Quartals vor der Tür stand. Die Sommermonate stehen bei PwC ganz im Zeichen der Fort- und Weiterbildung.

Während viele meiner Kolleg:innen aktuell in Freistellung für das Wirtschaftsprüfer oder Steuerberaterexamen sind, stehen bei mir noch eine Vielzahl an jährlichen Schulungen auf der Agenda, die jede:r Mitarbeiter:in bei PwC in der Wirtschaftsprüfung verpflichtend absolvieren muss.

Doch »muss“ ist an dieser Stelle das falsche Wort. Es ist toll, stetig dazuzulernen und sich sowohl persönlich als auch fachlich weiterzuentwickeln. Ob ich meinen Sommer jemals mit der Königsdisziplin der Weiterentwicklung, den Berufsexamina, verbringen werde, wird sich zeigen. Ausgeschlossen ist es nach meiner ersten Busy Season definitiv nicht.

Fazit

Mein Fazit nach den ersten Monaten bei PwC in der Wirtschaftsprüfung ist mehr als positiv. Der Einstieg in der Wirtschaftsprüfung bietet unheimlich viele Chancen und Möglichkeiten. Die sehr steile Lernkurve, die tägliche Abwechslung, die tollen und hilfsbereiten Kolleg:innen, die Verantwortung, die Wertschätzung von Führungskräften und die vielen Angebote zur Weiterentwicklung bei PwC überwiegen in meinen Augen jede arbeitsintensivere Phase. 

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