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Personal Branding – So wirst Du zur Marke

Dr. Urte Hotje
Inhaltsverzeichnis

Wir leben in einer von Marken dominierten Welt. Es gibt kaum einen Bereich des täglichen Lebens, in dem Marken keine Rolle spielen. Neben Aspekten wie Qualität und speziellen Produktfeatures sind es besonders die Emotionen, die eine Marke hervorrufen, die uns als Konsument ansprechen.

Das Konzept der Marke lässt sich auch auf dich als Person anwenden.

Das Zauberwort hierzu heißt Personal Branding. In den letzten Jahren zu einem Buzzword avanciert beschreibt es, wie du dich als individuelle und einzigartige Marke präsentieren kannst.

Wie du erfolgreich zur personal Brand wirst

1997 fand es in dem legendären Artikel „The Brand called You“ in der Zeitschrift Fast Company zum ersten Mal Erwähnung. Der Autor Tom Peters beschreibt es folgendermaßen:

“To be in business today, our most important job is to be head marketer for the brand called You.”

Die Idee hinter dem Aufbau einer Personal Brand ist einfach. Zuerst überlegst du, was dich besonders und einzigartig macht. Dann definierst du, wofür du als starke Marke stehen möchtest. Und zum Schluss kommunizierst du diese Markenbotschaft an Deine Zielgruppe.

Die folgenden drei Schritte helfen die beim Umsetzen deiner personal branding Strategie:

Schritt 1 – Wer bist du?

In diesem Schritt legst du sozusagen das Fundament deiner Marke. Hier geht es um dich und das, was du repräsentieren möchtest.

Finde heraus, welche Kombination Deiner Kompetenzen und Eigenschaften deine einzigartige Superpower ausmacht. Welche Werte sind Dir im Leben wichtig und leiten dich in deinem Tun? Welche Vision treibt dich an, was möchtest du im Leben erreichen?

Schritt 2 – Wofür stehst du?

Eine typische Situation in einem Vorstellungsgespräch ist die Bitte, sich kurz vorzustellen. Eine mögliche Antwort könnte zum Beispiel folgendermaßen lauten: „Ich habe meinen Master in Wirtschaftswissenschaften an der Universität Ulm mit Schwerpunkt Business Analytics gemacht.“

Der Bewerber beschreibt also, was er tut oder was das Ergebnis seines Tuns ist. Diese Darstellung zeigt ein eher eindimensionales Bild des Kandidaten oder der Kandidatin.

Einige Bewerber werden vielleicht noch erwähnen, was ihre Stärken sind und was ihnen bei dem Studiengang und dem Vertiefungsfach wichtig ist. So könnten beispielsweise besondere Programmierkenntnisse in Python oder eigenständiges Arbeiten genannte wichtige Faktoren sein.

Dadurch bekommt der Recruiter Einblicke, wie ein Kandidat seinen Job ausführt und erhält somit ein deutlich klareres, zumindest zweidimensionales Bild des Kandidaten.

Doch beim erfolgreichen Personal Branding spielt noch mehr eine wichtige Rolle. Wir wollen die dritte Dimension. Es geht um die Antwort auf die große Frage warum.

Warum tust du, was du tust oder in anderen Worten: Welchen Sinn hat dein Tun für dich persönlich? Welche Überzeugungen treiben dich an? Was lässt dich morgens aufstehen?

Im genannten Beispiel könnte dies die Faszination an der Verschmelzung von digitalen und physischen Prozessen durch digitale Transformation sein. Super, wenn diese Begeisterung noch mit dem Wunsch verbunden ist, die Welt einfacher und besser zu gestalten.

Simon Sinek, ein US-amerikanischer Autor und Unternehmensberater, hat diese drei Fragen was, wie, warum in seinem Konzept des Goldenen Kreises beschrieben. 1

Und genau darum geht es auch bei deiner Personal Brand, wenn du deine eigene Marke aufbauen willst. Das Was und das Wie beschreiben eher rationale Aspekte deiner Marke, die natürlich eine wesentliche Rolle spielen. Schließlich solltest du die Kompetenzen und Fähigkeiten mitbringen, um deinen zukünftigen Job erfolgreich ausüben zu können.

Doch erst das Warum macht den großen Unterschied im Employer Branding. Erst damit sprichst du auch die emotionale Ebene an. Außerdem machst du mit einer klaren Positionierung deutlich, wofür du als Person stehst und was dich antreibt.

Welcher Arbeitgeber würde nicht gern eine authentische Persönlichkeit einstellen, die für eine bestimmte Aufgabe oder ein Thema wirklich brennt und die sprichwörtliche Extrameile gehen würde?

Schritt 3 - Wie kommunizierst du?

Deine gesamte Markenkommunikation sollte klar, konsistent und konsequent sein. Was heißt das?

Klarheit bedeutet, dass deine Markenbotschaft für jeden klar und verständlich ist. Besonders deine Zielgruppe – das können beispielsweise Recruiter, Unternehmensentscheider oder Investoren sein, sollte sich von deiner Kommunikation angesprochen fühlen.

Extra-Tipp

Bereite einen elevator pitch vor, in dem du innerhalb von maximal neunzig Sekunden ganz klar formulierst, wofür du als Marke stehst und was dich einzigartig macht.

Konsistent heißt, dass du mit deiner Marke unabhängig von Situation und Medium immer die gleiche Markenbotschaft übermittelst. Dem Leser deiner Bewerbungsunterlagen sollte sich die gleiche Person präsentieren wie dem Besucher deines LinkedIn-Profils.

Hinter Konsequenz verbirgt sich, dass du in allen Situationen deine Markenbotschaft kommunizierst. Lasse keine Möglichkeit aus, dich als individuelle Marke zu präsentieren. Im Grunde genommen betreibst du Content Marketing für dich selbst.

Hierfür bieten sich besonders die Social Media Plattformen LinkedIn und XING an. Hier kannst du deine Online Reputation durch relevanten Inhalten steigern. Eine weitere Möglichkeit ist das Kommentieren von Expertenbeiträgen innerhalb deiner Zielgruppe. Damit gewinnst du an Sichtbarkeit. Du kannst auch eigene Artikel posten, um dich als Personen-Marke in sozialen Netzwerken zu positionieren.

Du möchtest mehr Informationen zu dem Thema? In meinem Buch „Du hast den Job – erfolgreich bewerben mit Personal Branding“ führe ich dich Schritt für Schritt zu deiner eigenen Marke.

1 Sinek, Simon: Frag immer erst: warum. München: Redline Verlag, 2014

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